Grömitz

von Sören Baumann

Im Jahr 2007 habe ich mein viertes Jahr Wasserrettungsdienst an der Küste in Grömitz verbracht, nachdem ich in den Jahren zuvor bereits auf anderen Wachen an der Ostsee meinen Dienst absolviert habe.

Die Rettungsschwimmer im Ostseeheilbad Grömitz haben einen zwölf Kilometer langen Sandstrand zu bewachen. Hierfür stehen den insgesamt 42 Rettungsschwimmern zwei Hauptwachen und 16 Außentürme sowie zwei Motorrettungsboote zur Verfügung. Mit diesem Ausmaß gehört die Rettungswache Grömitz zu den größten Wachen an der deutschen Ostseeküste.

Neben der Standartausrüstung einer Rettungswache stehen den DLRG-Helfern drei Sanitätsrucksäcke mit Sauerstoffeinheit sowie 2 AEDs (Automatisierter Externer Defibrillator) zur Verfügung.

Die Hauptwache (Tower) ähnelt einem Flugzeugtower. Von hier werden Einsätze wie auch der normale Wachbetrieb geleitet. Vom Tower lässt sich fast der gesamte Grömitzer Strand überblicken.

Als Boote stehen ein Pischel Bolero (90PS) und ein Buster (50PS) zur Verfügung.

Untergebracht sind die Rettungsschwimmer in Privatwohnungen, welche von der DLRG gemietet werden. Diese Wohnungen sind in ganz Grömitz verteilt. Die Wachgänger wohnen mit 4-8 Personen in einer Wohnung. Diese sind mit Schlafräumen, Küche, Bad und einem Aufenthaltsraum ausgestattet.

Der Wachtag beginnt morgens um acht Uhr mit dem Frühstück auf der Hauptwache. Direkt im Anschluss daran werden die Wachgänger auf die Türme verteilt und rücken aus. Bei schlechterem Wetter verbleiben die Rettungsschwimmer in der Hauptwache.

Die Wachtürme in Grömitz sind sehr unterschiedlich. Ein Teil der Türme sind regengeschützt, ein Grossteil jedoch leider nicht, da diese Türme nur aus einem Strandkorb und einem Ein-Mann-Turm bestehen, der nur auf Anweisung des Hauptwache besetzt werden muss (z.B. bei starkem Strandbetrieb, oder Suchaktionen).

Der Wachtag Ende je nach Strandbetrieb gegen 18.00 Uhr.

Der Abend wird in der Regel gemeinsam verbracht, sofern dies bei einer so großen Anzahl von Rettungsschwimmern möglich ist. Hierbei muss die abendliche Aktivität jedoch auf externe Gebäude beschränkt werden, da die Hauptwache oder die Privatwohnungen für gemeinsame Abende nicht zur Verfügung stehen. So wird ein großer Teil der Zeit im "AdmiralsPub" verbracht.