Dahme - eine kleine Wache an der Ostsee

von Stefan Rater

Nachdem ich 1999 Dienst am Sehlendorfer Strand (der Name sagt viel aus) absolviert habe, ist seit 2000 die Rettungswache in Dahme mein drittes zu Hause geworden.

Die Hauptwache in Dahme scheint es schon einige Jahre zu geben(zumindest wirkt sie so) und ist dementsprechend gemütlich und urig geworden. Sie dient gleichzeitig als Unterkunft der Rettungsschwimmer, was natürlich ein großer Vorteil ist. Besonders schön ist, dass sie direkt am Strand liegt, so dass man morgens nur aus der Haustür fallen muss um am Strand zu liegen und nur wenige Meter weiter die Ostsee vorfindet. Die Station ist zusätzlich mit einer kleinen Küche und einem großen Aufenthaltraum versehen. Untergebracht sind die Rettungsschwimmer in 1-, 2- oder 3-Bettzimmern.

In der Hauptsaison findet man in Dahme bis zu 22 Mann vor, während es in der Vorsaison maximal 10 Leute sein sollten. Unter ihnen befinden sich meist einige Bootsführer, da die Station über zwei (meistens einsatzklare) Motorboote verfügt. Für den weiteren Wachdienst gibt es 7 Türme, die regelmäßig besetzt werden.

Die wachdiensttechnische Ausstattung der Wache entspricht den Vorgaben. Auf den Türmen gibt es einen EH-Koffer mit Beatmungsmaske, eine Rettungsboje, ein Megaphone und ein Tragetuch. Es gibt wie bereits erwähnt zwei Boote (Trave, Fletcher - jeweils 40 PS), deren Motoren erst neu angeschafft wurden. Leider steht in Dahme die Funktionalität und Stabilität der Boote seit jeher unter keinem guten Stern, so dass in diesem Bereich leider oft improvisiert werden muss.

Die oben erwähnte Küche wird im Normalfall nur für das Frühstück genötigt, da die hierfür vorgesehenen 5 Euro ausgezahlt werden. Die sogenannte Backschaft (zwei Personen der Crew - täglich wechselnd) organisiert ein gemeinsames Frühstück, damit nicht jeder einzeln sein Brötchen kaufen muß. Für die Mittag- und Abendmahlzeiten werden Essensmarken zu je 6 Euro ausgegeben, die in vielen Geschäften der Strandpromenade eingelöst werden können.

Ein normaler Wachtag beginnt um 8 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Anschließend folgt das gruppenweise Aufrödeln der beiden Boote und das Reinigen der Hauptwache. Gegen 10 Uhr sind dann alle Türme bis ca. 18 Uhr besetzt. Nach Dienstende folgt der "Adlerfrust" bei dem über den Tag noch einmal gesprochen wird bzw. getätigte Einsätze durchgesprochen werden.

Die Abende werden zumeist mit der gesamten Mannschaft gemeinsam verbracht. Hierbei kommt es der Mannschaft zu Gute, daß es in der Wache einen großen Aufenthaltsraum gibt, in dem man gut gemeinsam einen gemütlichen Abend verbringen kann. Aber auch außerhalb der Wache können die Abende verlebt werden, z.B. in einem der vielen Restaurants in Dahme, einer Kneipe, beim Wasserschi fahren in Süsel oder auch der Ostseetherme in Scharbeutz.

Schaut man sich die Dahmer Wachcrew an, so stellt man fest, dass sie jedes Jahr aus über der Hälfte "Wiederholungstätern" besteht, darunter einige, die schon seit über 5 Jahren nach Dahme fahren. Nichtsdestotrotz fühlen sich auch die Wachgänger wohl, die ihr erstes Jahr Wachdienst in Dahme verbringen. Die Erfahrung zeigt, dass die Stimmung innerhalb der Wachmannschaft am besten ist, wenn sie aus einer guten Mischung an erfahrenen und jungen Leuten besteht.

Und wie heisst es letztlich doch so schön?

Einmal Dahme, immer Dahme!